Rasul

und das Ramesseum Resthouse in Qurna, Westbank/Luxor

Unmittelbar neben dem Ramesseum

befindet sich das Resthouse der berühmten Grabräuberfamilie aus dem Clan der Rasuls.

 

Der beste Platz für ein kaltes Stella auf der Westbank

So kam es auch etwa 1927 (nach Öffnung des Sarkophags) zu dem Photo auf dem er mit einem Pektoral von Tut-Anch-Amun zu sehen ist.

 

Früher residierte hier der alte Sheik

und erzählte Geschichten aus der Zeit

als er noch Wasserträger

(und sein Vater Oberaufseher)

bei Howard Carter und den Grabungen am Tut-Anch-Amun Grab waren.

 

Wie alles begann:

Als in den 1870ern Antiquitäten aus unbekannten Gräbern auf dem Kunstmarkt auftauchten, hatten auch die Rasuls ihre

Finger im Spiel. Als Hauptverdächtige gestanden sie nach

'intensivster' Befragung und führten Gaston Maspero,

den Chef der Antikenverwaltung,in die Hügel oberhalb von

Deir al Bahari.

Großvater Ahmed abd el Rasul (in weiß)

am Grabschacht von DB320,1881,

mit Gaston Maspero.

Im Grab,das eigentlich ein Versteck war, befanden sich ca. 50 Königsmumien und unzählige Bestattungsgegenstände aus den Dynastien 17. bis 21.

 

Plan und ausgeräumter erster horizontaler Gang von DB320

Das Versteck von Deir el-Bahari (DB320) ...so wie es wirklich war...oder so ähnlich...

(Dichtung und/oder Wahrheit?)

Im Spätsommer 1881 sickerte die Nachricht nach Europa durch, in den thebanischen Klippen von Deir el-Bahari am Westufer des Nils sei eine große Entdeckung gemacht worden: die ägyptischen Behörden hätten endlich ein altes Grab gefunden! Die genaueren Umstände der Erstentdeckung sind ungewiß und widersprüchlich. Eine Version besagt, das eine verirrte Ziege gestolpert und in einem halbverdeckten Grabschacht verschwunden sei. Sie gehörte dem Dragoman und Grabräuber namens Ahmed Abd el-Rassul. Auf der Suche nach der Ziege fand er den Grabeingang. Doch dies war keine gewöhnliche Mumiengrube; es enthielt die mumiefizierten Überreste und die Grabbeigaben vopn über 50 Königen, Königinnen, niedrigeren Angehörigen königlicher Familien und Adligen, darunter so legendären Gestalten wie Thutmosis III, Sethos I und Ramses II.

Eine zeitlang lebte die Familie Abd el-Rassul bequem von den Erlösen ihres Grabfundes, bis man ihr Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts auf die Schliche kam, als immer mehr wichtige Begräbnispapyri in den Westen gelangten und auf dem Antiquitätenmarkt vor Ort weitere Gegenstände auftauchten. Um die Herkunft dieser antiken Stücke zu erklären, wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt, und schon bald fiel der Verdacht auf Ahmed und seinen jüngeren Bruder Hussein Ahmed. Trotz brutaler Verhöre durch den gefürchteten Mudir von Qena, Daud Pascha; hielten die beiden den Mund, und nach ein paar Monaten wurden sie aus der Haft entlassen. Mohammed Achmed Abd el-Rassul, der ältere Bruder und Familienoberhaupt, war intelligent genug zu erkennen, daß die Chancen für eine weitere erfolgreiche Ausbeutung des Grabes gering waren. Entgegen den Wünschen seines Bruders beschloß er, die Verluste der Familie zu verringern und sich das für Informationen ausgesetzte Bakschisch zu verdienen.

Er begab sich nach Qena und erzählte alles. Das war 1881, mitten im Sommer. Der 'Chef des Antiquites', Gaston Maspero, war nach Paris gereist und hatte sich durch seinen Assistenten Emile Brugsch vertreten lassen. Sobald dieser von Mohammeds Geständnis erfuhr, brach er auf, um das langgesuchte Grab zu erforschen und kam am 6. Juli inj Deir el-Bahari an. Trotz Abd el-Rassuls Beschreibung war Brugsch bei dessen Anblick sprachlos, aber nur fast:

---"Bald trafen wir auf Kisten voller Grabbeigaben aus Porzellan, Gefäße aus Metall und Alabaster, Draperien und Geschmeide, bis an der Biegung des Ganges eine ganze Traube aus Mumienbehältern in solcher Zahl in Sicht kam, daß mir die Augen schmerzten.....Ich riß mich zusammen, untersuchte den Fund, so gut es ging, im Schein meiner Fackel und sah sofort, daß sie die Mumien königlicher Personen beiderleli Geschlechts enthielten - aber das war noch nicht alles. Ich überholte meinen Führer, rannte weiter in die Kammer und fand dort an der Meuer stehend oder auf dem Boden liegend eine noch größere Zahl von Mumienbehältern von horrender Größe und unglaublichem Gewicht. Ihr Goldüberzug und die polierten Oberflächen spiegelten mein erregtes Gesicht so deutlich wider, daß es schien, als blicke ich meinen eigenen Vorfahren ins Antlitz.......-Emile Brugsch 1887-- Aus Furcht vor einem Angriff der Einheimischen, die das Gerücht von einem großen Schatzfund elektrisiert hatte, beschloß er das Grab in aller Eile auszuräumen. Sein Arbeiterstab arbeitete rund um die Uhr, und binnen weniger Tage gingen die in Segeltuch und Stroh verpackten Mumien per Dampfer in Richtunbg des Museums von Bulaq ab. Mochten auch die feineren Details des archäologischen Befundes dabei auf der Strecke geblieben sein: das Wertvollste blieb erhalten.

 

aus "Das Tal der Könige"

Nicholas Reeves/Richard H. Wilkinson, London 1996

 

Bei mehreren Besuchen versuchte der alte Sheik 'echte' Antiquitäten an mich und andere Touristen zu verkaufen.

Irgendwelche Kleinteile zauberte

er immer aus seiner Galabiya.

Ich lehnte dankend ab...

...aber vielleicht waren sie ja doch echt ?!?

'Echt alt'

2001 gekauft in Qurna vom

'chief of the tombs'

für 20LE, VB war 250$

 

Die meisten der Bewohner Qurnas leben in,auf oder von

den alten Gräbern.

Leider starb der alte Sheik 1997 im Alter von 87 Jahren. Er war der letzte aus dem Team um Howard Carter -

und überlebte den 'Fluch des Pharao'

um mehr als 70 Jahre.

 

Mahmoud wie immer beim Geld zählen,

und Mohammad, der Manager des Resthouse

Mahmoud traf ich im Winter 2013 zum letztenmal...

im Sommer 2015 ist er gestorben!

Salam, mein Freund.

Heute sind Mahmoud, der Ältere, und Noobi die Chefs des Clans.

Mahmouds erste Frage im Jahr 2006 war:

'Want to buy real antiques??'

Ganz der Vater!

Meine Antwort (wie immer): NO!

The Mysteries of QURNA by Sonny Stengle for:

http://www.touregypt.net/magazine/mag07012001/magf1.htm